Tipps zu Ernährung und Entschlackung:

Das Problem ist: Unser zivilisatorisches Essen versorgt uns mit zu wenig Vitalstoffen und führt meist gleichzeitig zu einem übersäuerten Organismus. Unsere "normale" Ernährung versorgt uns zwar mit mehr als ausreichend Kalorien, aber sie führt uns zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu.


1. Zusammenstellung der Speisen und Getränke:
Die meisten von uns essen zu viel Fleisch, zu viele Weißmehlprodukte, zu viele Produkte die weißen Raffinadezucker enthalten, zu wenig Obst und Gemüse, trinken zu viel Limonaden und alkoholische Getränke und zu wenig gutes Wasser oder gute Kräutertees. Im weiß ausgemahlenen Korn und in Süßigkeiten ist nicht viel an energiereichen Vitalstoffen zu finden. Gerade zuckerreiche Lebensmittel gelten als Vitalstoffräuber, d. h. der Körper benötigt Vitalstoffe, um sie verstoffwechseln zu können. Das gilt besonders für Limonaden und Colagetränke. Die Schulmedizin rät Osteoporosepatienten von diesen Getränken ab, weil sie dem Körper Kalzium entziehen.

2. Qualität der Lebensmittel:
Das wenige konventionell angebaute Obst und Gemüse, das wir essen, wächst zu schnell, wird unreif geerntet und lagert zu lange. Das führt zu Vitalstoffverlusten. Außerdem stellt sich die Frage, wie viel an Mineralien und Spurenelementen in den intensiv bewirtschafteten Äckern überhaupt vorhanden ist. Deutschlands Böden gelten z. B. als selenarm. Dazu kommt die chemische Belastung durch "Pflanzenschutzmittel" usw. Auch die Qualität des Fleisches aus der Massentierhaltung und die Qualität des Getreides lässt zu wünschen übrig.

3. Art der Zubereitung:
Gerade die Art der Zubereitung entscheidet darüber, wie viele der wertvollen Vitalstoffe erhalten bleiben. Zu langes und heftiges Kochen und Braten zerstört die Vitamine. Dünsten und Dämpfen auf Garstufe "bissfest" schont die Inhaltsstoffe. Auch gebe man der Rohkost einen Platz in der Speiseabfolge. Aber Rohkost nicht abends und stets gut kauen.

4. Unkräftige Verdauung:
Außerdem sind oft Verdauungsprobleme (oft, aber nicht nur ernährungsbedingt) vorhanden. Die Speise muss erst durch die Verdauung "überwunden" und werden, damit der Körper etwas damit anfangen kann. Magen, Leber und Pankreas bilden die Verdauungskraft. Befindet sich eines dieser Organe in einer Unterfunktion, hat das Folgen. Es kommt zu Blähungen, Unverträglichkeiten und Resorptionsstörungen. Der Körper kann den Speisebrei nicht mehr optimal verwerten.


Vitaminpillen?
Unser heutiges Leben ist im Allgemeinen ein Vitalstoffverzehrer. Schadstoffe in der Luft, den Möbeln, den Textilien, den Kosmetika usw. sollen durch die Entgiftungsorgane Leber und Niere aus dem Körper beseitigt werden. Dazu kommt Stress (äußerer und innerer), es lohnt sich darüber nachzudenken, was einen unter Stress setzt und wie man besser damit umgehen könnte. Stress ist der am meisten unterschätzte Krankmacher. Wenn der Organismus krank, geschwächt oder besonderen Belastungen ausgesetzt ist, machen Nahrungsergänzungsmittel auf jeden Fall Sinn. Auch bei Senioren oder Rauchern sind Nahrungsergänzungen oft sinnvoll. Ob hier das bekannte "Viel hilft viel" auch zutrifft, ist die Frage. Natürlich ist es besser die Verdauung in Ordnung zu bringen und sich gut zu ernähren.

Was ist nun ein "übersäuerter" Körper?
Im menschlichen Stoffwechsel fallen saure Endprodukte an. Überschüssige Säuren müssen mit Mineralien, v. a. Kalzium, neutralisiert werden, um sie unschädlich zu machen und ausscheiden zu können. Die neutralisierten Schlacken gehen in den Körperflüssigkeiten in Lösung, zumindest bis zu Sättigungsgrenze. Ist diese überschritten, fallen sie aus und kristallieren. Zur Neutralisation stehen unserem Körper die mit der Speise aufgenommenen Mineralien und die Depots (Knochen, Zähne, Knorpel, Gefäßwände, Haarboden) zur Verfügung. Dann werden die neutralisierten Säuren über verschiedene Wege ausgeschieden: Urin, Stuhl, Abatmen und Schwitzen, sofern diese Wege offen sind und das nötige Wasser vorhanden ist.

Die verschiedenen Nahrungsmittel wirken nun in der Körperchemie eher säure- oder basenbildend. Beim Fleischkonsum fallen der Harnstoff und die Harnsäure an. Nun können folgende Probleme entstehen. Stetig hoher Fleischgenuss überfordert den Körper mit den anfallenden Säuren (und dem vielen Eiweiß). Stehen aus der Nahrung nicht genügend Mineralien zur Säureneutralisation zur Verfügung, nimmt der Körper diese Stoffe aus den eigenen Speichern. Wenn die Salze nicht ausgeschieden werden können (Überlastung der Ausscheidungsorgane, zu wenig Wasser, zu wenig Bewegung), werden sie v. a. im Bindegewebe abgelagert - die sog. Schlacken sind entstanden. Gicht ist als Wohlstandskrankheit bekannt, es handelt sich um in den Gelenken und im Bindegewebe abgelegte Harnsäurekristalle, die zu Entzündungen führen können. Damit kann gleichzeitig Osteoporose vergesellschaftet sein, weil der Körper den Knochen als Kalziumspeicher entleert. Ablagerungen können sich außerdem bilden in den Blutgefäßen, den Muskeln, im Bindegewebe und im Fettgewebe, letztlich in den Organen und im Gehirn. Die Folgen sind leider viel weitreichender. Im übersäuerten Organismus ist das Immunsystem geschwächt, Bakterien und Pilze gedeihen leichter, die Gefäße und die roten Blutkörperchen werden starr, mit der Folge Bluthochdruck und erhöhtem Herzinfarktrisiko. Unser Körpermilieu, also der Zustand der Körpersäfte, ist mit entscheidend ob wir gesund sind oder nicht.

Der sog. pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist. Beispiele für verschiedene pH-Werte der Körpersäfte. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14.

Magenflüssigkeit: pH 1,5 (sehr sauer; Magensäure = Salzsäure
Morgenurin: pH 5 bis 6,5 (je saurer, desto mehr Säuren werden ausgeschieden), pH 7 ist neutral
Bindegewebe: pH 7,2 (leicht basisch)
Blut: pH 7,4 (basisch)
Dünndarm: pH 8,3
Fruchtwasser: pH 8,5

Heute liegt der Haut-pH bei 5,5 und ist damit sauer. Deswegen spricht die Schulmedizin vom Säureschutzmantel der Haut. In den 60er Jahren soll der Haut-pH noch bei 6,3 gelegen haben. Das ist ein Indiz dafür, dass wir mehr Säuren über die Haut ausscheiden, als das früher der Fall war.


Allgemeine Ernährungstips:
Die Zusammenstellung der täglichen Speise entscheidet auch darüber, ob der Körper übersäuert oder nicht. Aber auch unser Stressaufkommen wirkt säuernd, weil es für einen anhaltend hohen Kortisonspiegel mit den Folgen hoher Blutdruck und hohes Cholesterin sorgt. Die Aufteilung der Lebensmittel sollte ca. zu 80% basenbildend und zu 20% säurebildend sein, wenn die körpereigenen Reserven nicht angegriffen werden sollen.

Säurebildende Lebensmittel:
Fleisch, Weißmehlprodukte, Produkte mit weißem Raffinadenzucker, Alkohol, Limonaden (Phosphorsäure), Kaffee und schwarzer Tee (Gerbsäure)

Neutrale Lebensmittel:
Vollkornprodukte, Milchprodukte

Basenbildende Lebensmittel:
Gemüse und Obst, Kartoffeln, Maisgrieß (Polenta), Mandeln, Kräuter

Man stelle sich auf eine vollwertige, gemüsereiche Speise um, in Bioqualität

Weißmehlprodukte sollten der Vergangenheit angehören, sie bringen nur Nachteile mit sich: Sie lassen den Blutzucker zu schnell ansteigen, sie verursachen im Darm zusammen mit Zucker giftige Gärprozesse und die positiven Wirkungen der Vital- und Ballaststoffe bleibt aus. Es ist nicht schwer auf Vollkorn umzustellen: Vollkornbrot, Vollkornnudeln usw. sind im Handel erhältlich, auch Vollkorngries und Vollkornmehl, aus dem man z. B. Kuchen backen kann. Auch ist es gut Abwechslung in die getreidelastige Küche zu bringen. Dazu verwende man Kartoffeln, Polenta, Vollkornreis, Hirse und Hülsenfrüchte. Reagiert der Körper zu Anfang auf die ballaststoffreiche Kost mit Blähungen, gewöhne man ihn langsam daran. Es gilt: kauen, kauen, kauen!

Man verzichte am besten ganz auf den weißen Raffinadezucker (und all die Produkte in denen er enthalten ist). Er ist noch schädlicher als das weiße Mehl. Alternativen zum Süßen (in Maßen!) sind: Vollrohrzucker, Ursüße, Fruchtzucker, Stevia (pflanzliches Süßungsmittel), Honig, Agavendicksaft usw. Zum Herstellen von Marmeladen (meistens viel zu süß) kann man statt weißen Gelierzucker ein Geliermittel (Apfelpektin) und dazu Roh- oder Vollrohrzucker verwenden.

Außerdem steige man auf unraffiniertes Salz (Ursalz, Steinsalz) um, es hat wesentlich mehr Inhaltsstoffe als das gereinigte Kochsalz.

Einmal Fleisch pro Woche oder manchmal Fisch reicht bereits vollkommen, um die Versorgung des Körpers mit tierischem Eiweiß und Vit. B12 zu gewährleisten. Wenn man Fleisch genießen möchte, dann achte man auf regionale Bioqualität (zu viele Tiere leiden ohne Würde in der Massentierhaltung). Schweinefleisch sollte man meiden, es ist besonders säurebildend.
Die individuelle Konstitution entscheidet auch darüber wie viel Fleisch gesund für einen ist. Vereinfacht kann man sagen, dass ein "zu gespannter" Typ eher der pflanzlichen und kohlenhydratreichen Kost den Vorzug geben sollte und ein "zu entspannter" Typ eher der eiweißhaltigen Kost.

Man lege außerdem Wert auf wertvolle Pflanzenöle und hier hat Qualität seinen Preis, siehe Ökotest. Olivenöl, Distelöl, Sonnenblumenöl, Leinöl, Rapsöl, Traubenkernöl bringen durch ihre mehrfach ungesättigten Fettsäuren Vorteile für den Organismus. Am hochwertigsten ist das Fischöl des Hochseefischs mit seinen besonderen Omega-3-Fettsäuren. Fischölpräparate werden erfolgreich bei der Therapie verschiedener Erkrankungen wie Rheuma und Gefäßablagerungen eingesetzt. Leider muss man sich in unserer Zeit fragen, wie oft man Hochseefisch bedenkenlos genießen kann.
Hervorragende Öle gibt man pur auf die angerichtete Speise, so hält man die Verluste klein.

Unter den Essigen ist der naturtrübe Apfelessig hervorzuheben. Auch er liefert ein Plus an Vitalstoffen.

Kurz und gut: Zucker weg, Weißmehl weg, weniger Fleisch, mehr Gemüse. Genießen nicht vergessen. Das wars.


Zum Thema Trinken:
Dünne, naturtrübe Biosaftschorlen sollten die Alternative zu Limonaden sein. Am Besten zum Durstlöschen ist Wasser (ohne oder wenig Kohlensäure) und auch hier gibt es große Qualitätsunterschiede. Allgemein empfohlen werden z. B. Plose, Volvic und die Quelle St. Leonhard in Glasflaschen. Desweiteren spielen Kräutertees eine große Rolle beim gesunden Trinken, dazu unten mehr. Wenn man Kaffee in Maßen trinken möchte, ist die italienische Art dem deutschen Filterkaffee vorzuziehen, denn sie ist bekömmlicher und ärmer an Gerbsäure. Bei Alkohol gilt natürlich: Je weniger, desto besser. Zum Essen oder direkt davor oder direkt danach sollte nicht viel Wasser getrunken werden, denn es verdünnt die Magensäure und stört somit diesen Verdauungsschritt.

Entsäuern, aber wie? Mineralstoffe zuführen:
Zuerst kommt natürlich die Ernährungsumstellung, wie oben dargestellt. Doch reicht das im Allgemeinen nur, um die körpereigenen Mineralstoffdepots zu schonen. Möchte man aber Auffüllen und Ausscheiden, muss man sich Mineralstoffüberschüssig ernähren. Zur erhöhten Mineralstoffzufuhr geeignet sind folgende Produkte:

- "Sango Calcium" (ein natürliches Calcium mit Magnesium und anderen Mineralien,
hergestellt aus den japanischen Sango-Korallen)
- Gemüsesäfte und Pflanzensäfte (Brennessel, Löwenzahn, Artischocke) in Bioqualität
- das Mehl der Braunhirse ist besonders mineralstoffreich unter den Getreiden und kann
gut den Speisen zugegeben werden
- Bitterstoffe (bittere Verdauungstropfen, Schwedenbitter usw. oder Kräuterteemischungen
mit Wermut, Tausendgüldenkraut, Schafgarbe)
- Blütenpollen sind ebenfalls ein sehr wertvolles Lebensmittel

Gleichzeitig schon kräftig Wasser trinken!!

Schlacken lösen und Ausscheiden:
Wenn man eine Weile mit Mineralien aufgefüllt hat, kann man ans Schlackenlösen gehen, gleichzeitig bleibt die Mineralstoffzufuhr auf hohem Niveau und es wird ausgiebig gutes Wasser getrunken! Gelöst wird mit Kräutertees:

Grüner Hafertee, Brennesseltee, klassische Blutreinigungstees und andere Entschlackungstees.

Die Menge kann man von zwei Tassen täglich bis zu einem Liter täglich und mehr hochschaukeln. Viel Tee löst viel, Mineralstoffzufuhr anpassen, hierzu die 1,5fache Menge Wasser! Grundsätzlich gilt: Je verschlackter, desto vorsichtiger vorgehen. In schweren Fällen erst nur die Ernährung umstellen und mit der Schlackenlösung abwarten, man möchte den Organismus nicht durch plötzliches Trinken von viel Entschlackungstee mit freiwerdenden Säuren (Fastenkrisen) überschwemmen. Sehr zu empfehlen sind außerdem Anwendungen mit basischem Badesalz (z. B. pH-Cosmetics, basisches Badesalz). Hier wird durch Fuß- oder Vollbäder zusammen mit Bürstenmassage die Säureausscheidung über die Haut angeregt. Täglich oder mehrmals pro Woche. Auch Bindegewebsmassgen wirken sehr anregend auf die Entschlackung.

Wie lange macht man das? Kurmäßig gilt: Je nach Fall einige Monate bis zu einem Jahr. Ansonsten ein langes Leben lang jedes Jahr. Traditionellerweise wird immer im Frühjahr und Herbst entschlackt und entgiftet.


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Raimund Felber · Heilpraktiker · Bergstraße 3 · 86568 Hollenbach · Telefon/Fax: 08257 / 990 939
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